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5 Mai

Beauty Insider: chemische oder mineralische UV-Filter in Sonnencremes?

Die Sonne ist in diesem Frühling grosszügiger denn je. Höchste Zeit also für einen Beauty Insider zum Thema chemische und mineralische UV-Filter in Sonnencremes.

 

Sonnenschutz ist das beste Anti-Aging-Mittel

Unter dem Begriff Photoaging versteht man nicht, mal wieder auf dem Selfie durch ungünstigen Lichteinfall wie Yodas Schwester auszusehen, sondern die allein durch UV-Strahlung hervorgerufene Hautalterung. Laut Experten ist UV-Strahlung sogar zu 80% für externe Hautschäden verantwortlich. Daher gilt Sonnenschutz als effektivstes und gleichzeitig günstigstes Anti-Aging-Mittel. Ein guter UV-Filter schützt die Haut nicht zur zuverlässig vor UVB-Strahlung, sondern auch vor UVA-Strahlung. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen UVA- und UVB-Strahlung?

 

UVA-Strahlen lassen die Haut schneller altern

UVA-Strahlen sind Hauptverursacher der sonnenbedingten, beschleunigten Hautalterung (Photoaging). Sie dringen tief in die Lederhaut ein, wo sie das elastische Bindegewebe schädigen und so zu Falten und Elastizitätsverlust der Haut führen. Wichtig zu wissen: UVA-Strahlung ist man ganzjährig ausgesetzt, sie dringt auch durch Wolken und Fensterglas. Daher raten viele Hautexperten, dass ganze Jahr über einen UV-Filter zu verwenden, z.B. in einer Tagescreme. Auch die früher oft verharmlosten UVA-Strahlen gelten inzwischen als Auslöser für Hautkrebs.

 

UVB-Strahlen führen zu Sonnenbrand

UVB-Strahlung dringt nur bis in die Oberhaut vor. Dort greift sie die pigmentbildenden Zellen an und führt so zu einem Sonnenbrand. Ihre Intensität hängt sehr stark von der Jahres- und Tageszeit ab und ist Ende Juni ca. 30 Mal stärker als Ende Dezember. Doch UVB-Strahlen schaden uns nicht nur, sie kurbeln gleichzeitig die Produktion von Vitamin D an.

 

Auch Infrarot-Strahlung beschleunigt die Hautalterung

Als wäre das noch nicht genug, wurde vor kurzem ein neuer Faltenbeschleuniger aus dem All ausgemacht: Infrarot-Strahlung, die mit 50% den größten Teil der Sonnenstrahlung ausmacht. (Im Vergleich dazu kommt UV-Strahlung nur auf 7%). Neuere Studien zeigen, dass auch Infrarot-Strahlung die Hautalterung beschleunigt.

 

Was ist der Unterschied zwischen chemischen und mineralischen UV-Filtern?

Um gegen UV-Strahlung zu schützen, gibt es zwei Arten von UV-Filtern in Sonnencremes, mineralische (physikalische) und chemische UV-Filter.

Chemische UV-Filter nehmen das UV-Licht auf und wandeln es in ungefährliche Energie wie Wärmestrahlung um. Um vor dem ganzen Spektrum der UVA- und UVB-Strahlung zu schützen, werden in der Regel mehrere chemische UV-Filter kombiniert.

Mineralische UV-Filter enthalten statt chemischer Inhaltsstoffe mineralische Mikropartikel, die die Sonnenstrahlen wie kleine Spiegel reflektieren und so von der Haut abprallen lassen.

 

Worauf man bei chemischen UV-Filtern achten sollte

Der große Vorteil von chemischen UV-Filtern liegt in ihrem hohen Anwendungskomfort. Sie lassen sich einfach auftragen, ziehen gut ein und hinterlassen keinen Film auf der Haut.

Einige Filtersubstanzen stehen allerdings im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Das sind zum Beispiel die häufig vorkommenden UV-Filter Butyl Methoxydibenzolmenthane, Octocrylene und Ethylhexyl Methoxycinnamate.

Darüber hinaus können chemische UV-Filter bei empfindlicher Haut Allergien auslösen. Auch der Umwelt schaden sie: neuere Studien zeigen, dass chemische UV-Filter Korallenriffe gefährden.

Wenn ihr den Anwendungskomfort trotzdem über alles stellt und chemische UV-Filter bevorzugt, solltet ihr die verwendeten Filtersubstanzen vor dem Kauf auf mögliche hormonelle Wirksamkeit prüfen, z.B. mit der App Codecheck.

 

Worauf man bei mineralischen UV-Filtern achten sollte

Mineralische UV-Filter gelten als sicher, gut verträglich und umweltfreundlich. Die häufigsten mineralischen UV-Filter sind Titandioxid und Zinkoxid. Eine Studie aus dem Jahr 2010 hat allerdings gezeigt, dass nur nur Zinkoxid einen ausreichenden Breitbandschutz vor UVA- und UVB- Strahlung bietet.

Großer Nachteil der mineralischen UV-Filter ist der sogenannte Weißeleffekt: Nicht selten sieht man nach dem Eincremen aus, als hätte man das letzte Jahr in einer dunklen Opiumhöhle verbracht. Um diesen Ghost-Effekt zu reduzieren, verwenden viele Hersteller inzwischen Nanopartikel in UV-Filtern.

Diese scheinen nach neuester Studienlage aber nur einen geringen Teil der Sonnenstrahlung, nämlich 5%, zu reflektieren. Sie wirken vielmehr genau wie chemische UV-Filter, die die UV-Strahlung absorbieren und in der Haut in Wärme umwandeln.

 

Wie gefährlich sind Nanopartikel in mineralischen UV-Filtern?

Nanoteilchen in mineralischen UV-Filtern werden vom Bundesinstitut für Risikobewertung als gesundheitlich unbedenklich eingestuft, da ihre Wirkung auf der menschlichen Haut relativ gut erforscht ist. Gesunde Haut kann von Nanoteilchen nicht durchdrungen werden.

Dennoch, so gesteht das Institut für Risikobewertung ein, ist das Wissen um mögliche Risiken noch lückenhaft. Verwendet ein Hersteller Nanoteilchen im mineralischen UV-Filter, muss er es daher auf der INCI-Liste als Nano deklarieren.

 

Schützen chemische oder mineralische UV-Filter auch vor Infrarot-Strahlung?

Gegen Infrarot-Strahlung wirken leider weder chemische noch mineralische UV-Filter. Neueste Studien zeigen allerdings, dass spezielle Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, Traubenkernextrakt und Q10 nicht nur den hauteigenen Sonnenschutz verstärken, sondern auch die hautschädigende Wirkung von Infrarotstrahlung minimieren können.

 

LSF bezieht sich nur auf UVB-Strahlung

Der Lichtschutzfaktor zeigt an, wie lange die natürliche Eigenschutzzeit der Haut durch den Sonnenschutz verlängert wird. Beispiel: habt ihr einen sehr hellen Hauttyp, beträgt die Eigenschutzzeit ungefähr zehn Minuten. Jede weitere ungeschützte Minute in der Sonne erhöht rapide die Wahrscheinlichkeit, mit einer Gesichtsfarbe zwischen Pavian-Po und Lobster zu enden.

Cremt ihr euch dagegen mit LSF 30 ein, erhöht sich die Zeit, die ihr in der Sonne verbringen dürft um Faktor 30. Also 10 min Eigenschutzzeit x LSF 30 = 300 min. Ihr könnt euch also 5 Stunden Sonne gönnen, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. Der LSF oder englisch SPF sagt allerdings nur etwas über den UVB-Schutz aus. Ein LSF von 30 schützt übrigens vor 97% der UVB-Strahlung; ein LSF 100 bietet mit 99% nur unwesentlich höheren UVB-Schutz.

 

UVA-Schutz macht mindestens 30% des UVB-Schutzes aus

Ist auf der Sonnencreme auch das UVA-Logo vermerkt, schützt der UV-Filter auch vor UVA-Strahlung. Gut zu wissen: Der UVA-Schutz im UV-Filter muss laut EU-Anforderung mindestens 30% des UVB-Schutzes ausmachen. Das bedeutet, dass ihr bei LSF 30 mindestens einen UVA-Schutz von 10 habt.

 

beautyshelf Recap

Wenn ihr auf sämtliche umstrittenen Stoffe verzichten wollt, solltet ihr zu einem mineralischen UV-Filter ohne Nanopartikel greifen. Um einen guten Breitbandschutz vor UVA- und UVB-Strahlung zu bieten, sollte nicht nur Titandioxid, sondern auch Zinkoxid enthalten sein. Mineralische UV-Filter ohne Nanopartikel findet man vor allem bei Naturkosmetik-Marken. Damit die Sonnencreme auch gegen Infrarot-Strahlung schützt, sollte sie zudem Antioxidantien wie Vitamin C und Vitamin E enthalten.

Hier geht es zur Übersicht über die besten mineralischen Sonnencremes ohne Weißeleffekt für das Gesicht.

 

beautyshelf Checkliste UV-Filter

  • Mineralische UV-Filter ohne Nanopartikel bevorzugen
  • Auf ausreichend hohen Lichtschutzfaktor achten (LSF 30)
  • Auf UVA- und UVB-Schutz achten (UVA-Zeichen!)
  • Mineralische UV-Filter sollten nicht (allein) Titandioxid, sondern auch bzw. nur Zinkoxid enthalten (UVA-Schutz)
  • Bei chemischen Filtern Inhaltsstoffe gründlich auf hormonelle Wirksamkeit prüfen
  • Zusätzliche Antioxidanten wie Vitamin C und Vitamin E schützen auch gegen Infrarot-Strahlung

 

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