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5 Feb

Beauty Insider: Epidermal Growth Factor (EGF) – Worth the Hype?

Seit kurzem gibt es einen neuen shining Star im Anti-Aging-Universum, Epidermal Growth Factor (EGF) oder zu Deutsch: Epidermaler Wachstumsfaktor. Obwohl EGFs erst vor ein paar Jahren in der Beautywelt aufgetaucht sind, sind sie nicht wirklich neu. Bereits vor 30 Jahren erhielt das amerikanische Forscherpaar Stanley Cohen und Rita Levi-Montalcini für ihre Entdeckung den Nobelpreis für Medizin.

 

Was genau sind EGFs?

Hinter dem Begriff Epidermal Growth Factor verbirgt sich ein in der Haut natürlicherweise vorkommendes Polypeptid. Es tritt bei der Zellteilung als Signalgeber auf und stößt den körpereigenen Prozess der Hautregeneration und -erneuerung sowie die Produktion von Elastin und Kollagen an. Leider nimmt der EGF-Gehalt in der Haut mit zunehmendem Alter ab. Als Folge verlangsamt sich die Kollagenproduktion und erste Falten entstehen. Durch die Zugabe von EGFs in Anti-Aging-Seren soll der Prozess der Hauterneuerung wieder angestoßen und die Haut verjüngt werden.

 

Wirken EGFs wirklich?

Klingt logisch, doch funktioniert das wirklich? Diese Frage stellte sich auch Prof. Dr. Martina Kerscher, Professorin für Kosmetikwissenschaft der Universität Hamburg. In einer – (wichtig!) unabhängigen und eigenfinanzierten Studie testete sie das EGF-Serum des isländischen Herstellers Bioeffect an 30 Frauen.

Auf der einen Gesichtshälfte trugen die Frauen zweimal täglich das EGF-Serum auf, auf der anderen Gesichtshälfte wendeten sie ein identisches Produkt an, das kein EGF enthielt. Um die Ergebnisse nicht zu verfälschen, wurde den Versuchsteilnehmerinnen vorher natürlich nicht mitgeteilt, auf welcher Seite das EGF-Serum eingesetzt wurde.

Nach acht Wochen zeigte sich eine deutliche Reduktion der Faltentiefe sowie eine Zunahme der Hautdichte – und -dicke auf der Gesichtshälfte, die mit EGF behandelt wurde. Gut zu wissen: die Resultate basieren nicht auf der subjektiven Wahrnehmung der Teilnehmerinnen, sondern wurden durch standardisierte Fotografie und biophysische Messungen belegt.

Beeindruckende Ergebnisse, doch hierbei handelt es sich um eine Einzelstudie, die sich nur auf ein spezielles Produkt bezieht. Doch gibt es auch weitere, unabhängige Studien, die diese positiven Ergebnisse weiter unterstützen? Ja! So belegt beispielsweise eine Studie aus dem Jahr 2007, dass die äußerliche Anwendung von Wachstumsfaktoren feine Linien und Falten deutlich reduzieren sowie die Kollagenproduktion anregen kann.

Eine weitere klinische Untersuchung aus dem Jahr 2013 unterstreicht das hohe Potenzial von EGFs in der Anti-Aging-Pflege und zeigt, dass EGF die Regeneration von Hautzellen erfolgreich anstoßen kann. In einer anderen Studie aus dem Jahr 2006 wendeten die Teilnehmer entweder ein Vitamin C-Serum oder ein EGF-Serum an. Es zeigte sich, dass das EGF-Serum Falten sogar noch besser als der Anti-Aging-Klassiker Vitamin C lindern konnte.

 

Sind EGFs sicher?

Sucht man nach Berichten über EGFs im Internet, stößt man auf kontroverse Diskussionen. Was, wenn der Wirkstoff neben der Elastin- und Kollegenproduktion auch noch andere, unerwünschte Prozesse in der Haut anregt? So bringt eine Studie aus dem Jahr 2014 EGFs mit Schuppenflechte in Zusammenhang: Bei Patienten, die unter dieser Hautkrankheit litten, wurde ein erhöhtes EGF-Niveau in der Haut festgestellt.

Auf der anderen Seite werden EGFs bereits seit 1989 zur Beschleunigung der Wundheilung von Brandopfern eingesetzt. Eine Studie aus dem Jahr 2009 hat die bisherigen Untersuchungen zur Sicherheit von EGFs in der Medizin ausgewertet und kommt zu dem Ergebnis, dass der Wirkstoff bei den behandelten Patienten keine unerwünschten Nebeneffekte auslöst. Ein gewisses Restrisiko ist bei einer neuen, noch nicht so gut untersuchten Substanz natürlich nicht zu 100% auszuschließen, so dass jeder für sich selbst seinen persönlichen Nutzen gegen das etwaige Risiko abwägen muss.

 

beautyshelf Recap

Klar, es gibt besser untersuchte Anti-Aging-Wirkstoffe wie Retinol oder Vitamin C. Wer kein Risiko eingehen möchte, ist mit diesen Inhaltstoffen nach wie vor gut unterwegs. Selten aber ist das Auftauchen eines neuen Wirkstoffes so vielversprechend. Fakt ist, das EGFs als natürliche Proteine in unserem Körper die Hauterneuerung anstoßen. Warum sollten sie das nicht auch tun, wenn man sie mit einem hochkonzentrierten Serum aufträgt? Neuere Studien stützen diese Annahme und weisen auf das einzigartige Potenzial des Wirkstoffs hin. Daher spricht wenig dagegen und vieles dafür, EGFs in die tägliche Anti-Aging-Routine einzubauen.

 

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