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8 Okt

Beauty Insider Hyaluronsäure: besser nieder- oder hochmolekular?

Würde Avocado-Toast als kosmetische Substanz wiedergeboren, dann vielleicht als Hyaluronsäure. Inzwischen findet sich wahrscheinlich in jedem Millennial-Badezimmerregal mindestens eine Creme mit dem Lieblingswirkstoff der Stunde. Warum das so ist? Ganz einfach, Hyaluronsäure nutzt jedem, denn wessen Haut kann gerade in unseren Breitengraden nicht etwas mehr Feuchtigkeit vertragen? Und anders als zum Beispiel Retinol tut die harmlose Hyaluronsäure niemandem weh; sie hinterlässt schlimmstenfalls ein etwas klebriges Gefühl auf der Haut.

 

Was kann Hyaluronsäure?

Hyaluronsäure ist in der Lage, riesige Mengen an Wasser zu binden – bis zu sechs Liter pro Gramm Eigengewicht und kommt natürlicherweise in unserer Haut vor. Leider nimmt der Hyaluronsäuregehalt ab dem 25. Lebensjahr kontinuierlich ab und damit leider auch die gute Feuchtigkeitsversorgung und die jugendliche Frische unserer Haut. Spätestens jetzt wird es Zeit, der Haut den Wirkstoff von außen zuzuführen. Hierdurch können die Feuchtigkeit und die Elastizität der Haut wieder gesteigert werden.

 

Was ist der Unterschied zwischen nieder- und hochmolekularer Hyaluronsäure?

Eigentlich ganz einfach. Doch beschäftigt man sich etwas näher mit Hyaluronsäure, wünscht man sich, man hätte sich damals nicht gegen den Studiengang Atomphysik entschieden (ganz knapp nur, wirklich!).

Bei Hyaluronsäure kommt es nämlich auf die richtige Molekülgröße an. Man unterscheidet hierbei hauptsächlich zwischen hochmolekularer (oder auch „langkettiger“) Hyaluronsäure und niedermolekularer (oder auch „kurzkettiger“ oder „fragmentierter“) Hyaluronsäure. Doch was ist eigentlich der Unterschied?

Hochmolekulare Hyaluronsäure besitzt eine deutlich größere Molekülmasse als ihr niedermolekularer Counterpart, nämlich ab 1500 kD und größer. (kD steht hierbei übrigens für KiloDalton, benannt nach dem englischen Forscher John Dalton, und keine Sorge, der Nerdgrad dieses Artikels hat hiermit seinen absoluten Höhepunkt erreicht).

Aufgrund ihrer Größe ist diese Variante nicht in der Lage, in die Haut einzudringen. Sie bildet aber einen feuchtigkeitsspendenden Film auf der Hautoberfläche, der den Verlust der hauteigenen Feuchtigkeit vermindert.

Niedermolekulare Hyaluronsäure besteht aus einer Molekülmasse von durchschnittlich 50 kD (Richtig, KiloDalton. Note 1, setzen!). Diese geringe Größe ermöglicht es der niedermolekularen Hyaluronsäure, etwas tiefer in die Haut einzudringen und dort Wasser im Bindegewebe zu speichern. Die Haut wird somit von innen heraus mit mehr Feuchtigkeit versorgt; kleine Fältchen werden wieder leicht aufgepolstert.

Der positive Effekt niedermolekularer Hyaluronsäure auf die Faltentiefe wurde in einer Studie aus dem Jahr 2011 erstmalig wissenschaftlich belegt. Hierbei wendeten die Teilnehmerinnen zweimal pro Woche eine 0,1%ige Hyaluroncreme mit unterschiedlicher Molekulargröße an. Alle Anwenderinnen wiesen nach zwei Monaten eine deutliche Steigerung der Hautfeuchte sowie der Hautelastizität auf. Doch nur bei den Teilnehmerinnen, die die niedermolekulare Hyaluronsäure verwendeten, wurde auch eine deutliche Reduktion der Faltentiefe festgestellt.

 

beautyshelf Recap

Beide Arten von Hyaluronsäure haben einen positiven Effekt auf die Haut und ergänzen sich dabei in der Wirkung. Tief eindringen und Falten nachhaltig lindern kann laut bisherigem Stand der Wissenschaft aber nur die niedermolekulare Variante. Daher solltet ihr beim Kauf eures Hyaluronsäure-Serums darauf achten, dass vor allem von dieser Variante eine gute Portion enthalten ist.

 

beautyshelf Checkliste Hyaluronsäure

  • Niedermolekulare Hyaluronsäure (50 kD) kann in die Haut eindringen und Falten von innen heraus aufpolstern
  • Hochmolekulare Hyaluronsäure bildet einen feuchtigkeitsspendenden Film auf der Haut
  • Ideal ist eine Kombination aus beiden Hyaluronsäure-Varianten
  • INCI: Hyaluronic Acid oder Sodium Hyaluronate

Genug Beauty-Science? Hier geht es zu den Top 5 Seren mit Hyaluronsäure.

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