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6 Dez

Microneedling selbst machen – auf die Nadellänge kommt’s an!

Microneedling ist inzwischen überall. Kaum eine Beauty-Seite im Netz, die noch nicht über die Behandlung berichtet hat. Laut der führenden amerikanischen Plattform für kosmetische Behandlungen realself.com ist Microneedling sogar DER Beauty-Trend 2016 –  so das Abstimmungsergebnis von 500 US-Beauty-Ärzten. Handelt es sich hierbei nur um einen weiteren Hype, ausgelöst von verrückten Beauty-Masochisten? Oder ist die Methode wirklich der neue Game-Changer in der Welt der Haut-Treatments?

 

Was verspricht Microneedling?

Beim Microneedling werden mit einem Dermaroller (oder auch Dermapen), der mit zahlreichen, feinen Nadeln besetzt ist, kleinste Verletzungen in die Haut gesetzt (Autsch!). Hierdurch soll die Produktion von Kollagen und Elastin angeregt und als Folge Falten, Narben und Dehnungsstreifen sichtbar reduziert werden. Zudem soll die Aufnahmefähigkeit für Wirkstoffe aus Pflegeprodukten gesteigert werden. Klingt zunächst super, doch was ist der dahinterliegende Wirkmechanismus?

 

Wie funktioniert Microneedling?

Microneedling ist trotz des erst seit ein paar Jahren aufgekommenen Hypes, der aus den USA zu uns rübergeschwappt ist, keine wirklich neue Behandlungsmethode. Bereits Ende der 90iger-Jahre wurden die ersten Microneedling-Geräte entwickelt, ursprünglich zur Reduktion von tiefen Akne-Narben. In der medizinischen Fachwelt ist Microneedling auch unter dem Namen Collagen Induction Therapy (kurz: CIT) bekannt. Die gute Nachricht vorweg: Der Wirkmechanismus von CIT ist durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen gut belegt.

 

Das Wirk-Prinzip von Microneedling: die Collagen Induction Therapy

Medizinische Dermaroller haben in der Regel eine Länge zwischen 0,5 – und 3 mm. Während der Microneedling-Behandlung durchdringen die feinen Nadeln die äußerste Hautschicht und bilden Mikrokanäle in der Haut. So erzeugt ein Dermaroller, der 15 Mal über die zu behandelnden Hautareale gerollt wird, in der Regel ca. 250 Mikrolöcher pro cm². Diese winzig kleinen Verletzungen lösen den natürlichen Reparaturmechanismus der Haut aus: Wachstumsfaktoren werden freigesetzt, die die Bildung von neuem Kollagen und Elastin in der oberen Lederhaut anregen, gleichzeitig entwickeln sich neue Gefäße.

 

Was kann Microneedling wirklich leisten?

Genau diese Prozesse, nämlich die Entstehung von neuem Kollagen, Elastin und neuen Gefäßen sorgen dafür, dass feine Linien, Falten und sogar Narben deutlich gemildert werden und die Haut nach dem Microneedling insgesamt wieder frischer und straffer erscheint.

Die positiven Ergebnisse der Microneedling-Behandlung scheinen zudem nachhaltig zu sein. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2016 bestätigt eine Steigerung von Kollagen und Elastin von bis zu 400% sechs Monate nach einer viermaligen Dermaroller-Behandlung.

Doch das ist noch nicht alles: weitere Studien belegen, dass Microneedling außerdem in der Lage ist, Anti-Aging-Wirkstoffe besser in die Haut einzuschleusen, Poren zu verfeinern, Pigmentflecken zu reduzieren sowie Dehnungsstreifen effektiv zu bekämpfen. Aber Hallo! Gibt es eigentlich irgendwas, das Microneedling nicht kann?

Die beeindruckenden Resultate der Microneedling-Behandlung werden von zahlreichen Usern im Netz bestätigt. So stimmten 89% der User der führenden US-Plattform für Beauty-Behandlungen realself.com für „worth it“.

 

Die Dermaroller-Nadellänge entscheidet über den Erfolg der Microneedling-Behandlung

Microneedling kann seine Versprechungen also halten. Doch wer jetzt sofort zum nächsten Onlineshop klickt und einen Dermaroller bestellen will, sollte noch kurz weiterlesen, hier kommt nämlich der Knackpunkt. Im Durchschnitt betrug die Nadellänge bei den wissenschaftlichen Untersuchungen 1,5 mm. Dermaroller zum Heimgebrauch haben aber in Regel nur eine Nadellänge von 0,2 – 0,3 mm. So kurze Dermaroller-Nadeln sind jedoch laut Experten nicht in der Lage, die Kollagenproduktion der Haut anzukurbeln (Doch dazu gleich mehr).

 

Welche Dermaroller-Nadellänge zum Microneedling ist optimal?

microneedling_v13Hierfür gibt es keine pauschale Antwort. Denn das ist vor allem vom jeweiligen Microneedling-Behandlungsgrund abhängig. So nutzt man für tiefe Narben Dermaroller mit längeren Nadeln als zur Behandlung von leichten Falten.

Als Microneedling-Faustregel unter Dermatologen gilt:

Kurze Nadellänge: < 0,5 mm

Dermaroller mit kurzen Nadeln können exfolierend wirken und helfen, die Wirkstoffe besser in die Haut einzuschleusen. Achtung: Die Kollagenproduktion wird nicht angekurbelt, da die Nadeln nicht tief genug eindringen.

Mittlere Nadellänge: 0,5 – 1 mm

Diese Dermaroller-Länge ist besonders gut für Anti-Aging-Behandlungen geeignet und sorgt für frischere Haut und Faltenlinderung sowie Verfeinerung der Poren.

Lange Nadellänge 1,5 – 2 mm

Lange Dermaroller-Nadeln kommen vor allem zur Narbenbehandlung, wie zum Beispiel von tiefen Aknenarben, zum Einsatz.

Ein geeigneter Dermaroller ist z.B. der *DRS Dermaroller, den es in sämtlichen Nadellängen gibt.

 

Wie oft sollte eine Microneedling-Behandlung durchgeführt werden?

Das minimale Zeitintervall zwischen zwei Microneedling-Sitzungen ist von der Länge der Dermaroller-Nadeln abhängig. Es gilt: je länger die Nadeln, desto größer sollte die Pause zwischen zwei Behandlungen sein. Home-Roller mit kurzen Nadeln unter 0,5 mm dürfen mehrmals die Woche angewendet werden. Bei Nadeln mit 1 mm Länge und mehr sollte mindestens vier Wochen Abstand zwischen den Microneedling-Behandlungen liegen.

 

Tut Microneedling weh?

Um die Schmerzen auf ein Minimum zu reduzieren, trägt der Arzt vor der Microneedling-Behandlung eine leichte Betäubungscreme auf die zu behandelnden Partien auf. Dann fährt er mit dem Dermaroller drei- bis fünfmal sternförmig in jede Richtung, also horizontal, vertikal und diagonal. Danach kann die Haut etwas gerötet und geschwollen sein. In der Regel ist man aber gleich am nächsten Tag wieder voll einsatzfähig. Die gängigen Microneedling-Geräte zum Heimgebrauch mit nur 0,2-0,3 mm Nadellänge verursachen keine Schmerzen.

 

Ist Microneedling sicher?

Microneedling gilt als sicher und unkompliziert. Im Gegensatz zu Laserbehandlungen wird die obere Hautschicht nicht wirklich verletzt. Wichtig ist, die Dermaroller-Behandlung auf nicht enzündeter Haut durchzuführen. Um Entzündungen zu 100% auszuschließen trägt der Dermatologe direkt nach der Behandlung oft ein leichtes Antibiotikum auf.

 

Wie hoch sind die Kosten für eine Microneedling-Behandlung?

Leider nicht ganz so günstig, die Kosten pro Microneedling-Sitzung beim Dermatologen liegen bei ca. 150 €. Um einen optimalen Effekt zu erzielen, sollten mindestens drei Behandlungen durchgeführt werden.

 

Darf ich zuhause selber microneedeln?

Wer sich traut, darf selbst ran, denn: Microneedling-Geräte für den Eigengebrauch haben nur sehr kurze Nadeln zwischen 0,2 und 0,3 mm. Bei dieser Länge ist selbst das Needeln im Gesicht unbedenklich. Nachteil: die kurzen Nadeln dringen nicht so tief in die Haut ein, um die Produktion von Kollagen anzustoßen. Sie können aber helfen, Anti-Aging-Wirkstoffe besser in die Haut einzuschleusen und einen exfolierenden Effekt haben, wie eine leichte Microdermabrasion.

Die durch das Microneedling erzeugten Mikrokanäle steigern die Aufnahmefähigkeit der Haut um ein hundertfaches, so dass der Anti-Aging-Effekt eines Serums dramatisch gesteigert werden kann, so der New Yorker plastische Chirurg Jon Turk in einem Interview mit der US-Allure.

Daher können auch kurze Dermaroller-Nadeln mit dem richtigen Serum für einen Glow und frischere Haut sorgen. Wer aber Falten oder Narben mit längeren Nadeln über 0,5 mm bekämpfen will, sollte sich besser vorher das Go vom Hautarzt holen (sicher ist sicher!). Die genaue Anleitung zum Microneedeln zu Hause findet ihr hier.

 

beautyshelf Recap Microneedling

Microneedling funktioniert! Die positiven Effekte auf die Haut sind durch viele Studien gut belegt: Seren werden besser in die Haut eingeschleust, Falten, Narben und Dehnungsstreifen können deutlich reduziert werden. Die Nadellänge des Dermarollers entscheidet allerdings über den Erfolg der Behandlung. Eine Anregung der Kollagenproduktion ist nur mit Nadeln ab 0,5 mm aufwärts möglich. Doch auch Microneedling mit Dermarollern unter 0,5 mm kann eine gute Wirkung erzielen, indem Wirkstoffe tiefer in die Haut eingebracht werden. Ein guter Dermaroller mit mit unterschiedlichen Nadellängen ist z.B. der *DRS Dermaroller.

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